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Ab Juli 2020 gelten EU-weite neue Drohnengesetze

Wer muß den "proof of competence"  aka "EU-Drohnenführerschein" machen?

Ab Juli 2020 enden die erst rund 3 Jahre alten deutschen Drohnen Gesetze und müssen durch die neuen EU-Regeln ersetzt werden. Dabei gelten zwar noch einige wenige Übergangsregeln, aber für die meisten derzeitigen Drohnenpiloten insbesondere im gewerblichen Bereich (Industrie, Vermessung, Bau, Inspektion, TV und Spielfilmmarkt usw) bedeutet das, dass sie nun doch auch den "Drohnenfüherschein" (Theorie und Prais) machen müssen. Und es gibt auch keinen Hobbyschein mehr. Hobby und gewerblich sind dann gleichgestellt. Die meisten verkauften Drohnen sind unter 2kg  Abfluggewicht (jetzt spricht die EU aber von MTOM = maximum take off mass (maximales zulässiges Abfluggewicht inkl. allem Zubehör (Payload)) und waren daher vom Luftrecht her von der Pflicht den theoretischen Kenntnisnachweis nach §21d aka "Drohnenführerschein" zu machen befreit (wenn man allerdings die DGUV/BGETEM Regeln beachtet, hätten zumindest die beruflichen Piloten ihn dennoch schon längst machen müssen). 


Achtung nicht allein die 900gr sind entscheidend, sondern auch 19 m/s max Speed, oder die Bewegungsenergie von nur 80 Joule.


Nun kommt aber die neue Gewichts oder Bewegungsenergie-Grenze von      900gr oder  von 80 Joule   bzw.         900gr und 19m/s
was bedeutet, dass alle mit Mavic 2pro Mavic 1 oder Phantom Serie auf jeden Fall auch vom Luftrecht her zwingend sowohl theoretischen als auch praktische Kenntnisnachweise benötigen, mindestens Übergangsweise:

Ab Juli 2020 gilt  eine temporäre Übergangsfrist, wonach für alle Drohnen ab 500gr MTOM ein Drohnenführerschein (per AE kann jetzt noch der alte übergangsweise anerkannt werden! - Also keine Panik) benötigt wird, insbesondere um die beruflich unbedingt notwendigen AEs Übergangsweise zu bekommen, die es erlauben mit dem alten Drohnenführerschein auch noch 1 Jahr  (bzw. deswegen 1 Jahr entsprechend der Laufzeit der AE des jeweiligen Landesluftamtes! Oder länger je nachdem was da festgelegt wurde oder noch wird) unter den EU-Regeln weiter arbeiten zu können. Danach sollte der theoretische Kenntnisnachweis nach §21d von dem LBA anerkannt und auf einen EU-Schein umgeschrieben werden, so der Plan der EU  (ohne Garantie). Der Schein der Modellflugvereine ist Geschichte. Unabhängig gibt es noch die Übergangsregel der EU generell für alle Drohnen die noch nicht in einer der Cx-Klassen zertifiziert wurden.

 

Ein wesentlicher Vorteil der EU-weiten Neuregelung ist, dass wer den neuen EU-Drohnenfüherschein ("proof of completion") nach den A2 Regeln hat, darf dann wieder mehr als bisher und sogar EU-weit damit fliegen, ohne weitere lokalen Genehmigungs- oder Kostenaufwand (für die genehmigungsfreien Klassen C0-C4). Außerdem sieht es danach aus, dass auch der in Deutschland bisher bundesland abhängige pauschale Verbotsausnahmegenehmigungskostenaufwand wegfällt, was kostenseitig erhebliche Einsparungen mit sich bringt. Für Sonderfälle (Specific - SORA etc) wird vorraussichtlich das LBA zentral Genehmigungen erteilen (was übergangsweise aber vermutlich zu Antragsstaus führen könnte).
In der folgenden Tabelle sieht man einen fast vollständigen Überblick über die neuen EU-Regeln nach derzeitigen Erkenntnissen. Vorbehaltlich der Festlegungen die das BMVI und das LBA noch bekannt geben müssen (also ohne Gewähr):



Folgendes stellt zunächst mal nur die Kennlinie/Grenzline dar, bei welcher Geschwindigkeit eine Aufprallenergie von 79 Joule erreicht wird. Inwieweit das tatsächlich auf eine mögliche Klassifizierung auswirkt, muss der TÜV entscheiden, bzw. der Hersteller entsprechend tweaken... die Grafik zeigt aber wie schwierig das Thema der Energiegrenze ist.



Ein paar Detailfragen /  FAQ:

In welche Klasse bzw. Kategorie fällt die Mavic 2 Pro 

oder Mavic 2 Zoom oder Mavic 2 Enterprise Duo?

C2 wäre zunächst mal von den bisherigen Specs die einzig passend, wenn DJI die "Nachzertifizierung" hinbekommt. Dafür haben sie auch ein Jahr Zeit bis Juli 2021. (benötigt A2 Qualifizierung: Onlinetest und Präsenztest (kann vermutlich beides mittels "altem" theoretischem Kenntnisnachweis nach §21d ersetzt/dadurch anerkannt bekommen und auf den EU-Schein umgeschrieben werden)

C1 ist extrem unwahrscheinlich für die Mavic 2 Serie, da sie die 80 Joule Bewegungsenergie Grenze in nahezu jedem praktisch brauchbaren Zustand überschreitet. Ob ein leichterer Akku alleine für die C1 reichen wird ist zweifelhaft. Alle Akkus neu kaufen, würde auch ins Geld gehen, wir haben 10 Stück dafür... da kann man fast auch ganz neu kaufen.


In welche Klasse bzw. Kategorie fällt die Mavic mini?

Das könnte vermutlich nur die C3(A3) werden (C1 wegen den technischen Anforderungen recht wahrscheinlich nicht), da die Mini mit 249 Gramm zwar zunächst wie C0 wiegt, aber als Sensor/Kameraträger der Registrierung und damit eine Plakette hinzugefügt werden muss (unklar ob die digitale Registrierung reicht). Aber auch ein ND/Polfilter addon oder verlängerte Landebeine oder die Propguards heben das Gewicht über 250gr und ist dann ja wohl vom Hersteller auch zugelassen, die EU aber fordert dass das MTOM maximal 250gr ist stattdessen liegt die MINI mit ihrem tatsächlichem MTOM deutlich über 250gr. Das bedeutet die MIni wäre klar in C1, vorrausgesetzt DJI kann die weiteren Auflagen für C1 überhaupt erfüllen. Ansonsten fällt sie in A3 spätestens nach der Übergangsfrist, wie etliche andere Drohnen auch die nicht "nach" zertifiziert werden konnten und sind dann museumsreif...


Was ist mit den vielen großen "selbstgebauten" Systemen über 5kg oder gar 10-25kg, also Hexa oder Oktokopter?

Die werden alle in die Specific Kategorie fallen und einen erhöhten Ausbildungsaufwand und Einzelgenehmigungsaufwand haben. Die meisten Inhaber waren das aber bis 2017 gewohnt. Das ist leider ein Rückschritt, aber dient der Sicherheit. Allerdings nur in besiedelten Strukturen, über Feldern oder Wäldern ist der Einsatz hingegen problemfrei und genehmigungsfrei. Es werden hoffentlich etliche sogenannte Standardszenarien von der EU entwickelt werden, die den Einzelgenehigungs-/SORA-Aufwand vermeiden lassen. Wenn man für ein oder mehrere Standardszenarien oder SORAs anerkannt wurden gelten die immerhin EU-weit: also z.B. bestimme Inspektionsszenarien für Windräder, oder Solaranlagen oder Dachvermessungen.


Was ist mit alten Phantoms (1-3) ggfls Phantom 4pro-v1 oder ältere yuneec Drohnen oder sonstige NoNames?

Spätestens nach den Übergangsfristen bis 31.6.2022 sind diese nur noch in A3 fliegbar, also beruflich praktisch nahezu  unbrauchbar. Es hängt insbesondere davon ab, ob die Hardware z.B. per Software noch mit den nötigen Funktionen wie "remote ID" nachgerüstet werden können. Was aber aufgrund veralteter Hardware hier eben sehr unwahrscheinlich ist.

 

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